Pieps & Charleen
Zwei, die sich gefunden haben
Das Jahr 2024 war bei uns von einigen Neuzugängen geprägt. Der erste davon tauchte im April ganz plötzlich in der Hecke bei unseren Gemüsebeeten auf. Ein sehr schüchternes und ängstliches, gelbes Katerchen. (Ich weiß, dass diese Farbe offiziell als Rot bezeichnet wird, aber für mich ist sie nun mal Gelb oder höchstens Gelborange.) Irgendwie hatte ich den kleinen Kerl sofort ins Herz geschlossen.

Auch er war augenscheinlich gekommen, um zu bleiben, war im Umgang mit Menschen aber extrem vorsichtig. Also setzte ich mich wochenlang jeden Tag einfach zu ihm. Eine ganze Weile lang brachte ich ihm Leckerchen mit, redete mit ihm und ließ mir alle Zeit der Welt, damit er merkte, dass ich ihm nichts Böses wollte.
Und irgendwann bemerkte ich, dass er langsam, aber sicher näher rückte. Schließlich kam er sogar mit hoch zum Haus. Als er eines Tages hinter mir herlief und dabei an meinem Rücken entlangstrich, wusste ich: Ich hatte gewonnen.
Pieps ist ein ganz lieber und gemütlicher Kerl – jedenfalls meistens. Wenn er morgens Hunger hat, kennt er allerdings keine Verwandten.
Sein Name stand übrigens extrem schnell fest, denn er hat eine absolute Piepsstimme. Sein Miau ist eigentlich nie mehr als ein leises Piepsen …
Seine ganz besondere Zuneigung gilt der kleinen Charleen, die ihrerseits im November 2024 bei uns auf der Bildfläche erschien.
Wir kamen an einem Sonntag vom Besuch des Wochenmarktes zurück und sahen von der Gartenpforte aus dem Augenwinkel etwas im Büro verschwinden. Möglicherweise eine Katze, aber jedenfalls keine, deren Fellfarbe wir einem unserer bekannten Besucher zuordnen konnten. Ganz sicher waren wir uns zunächst nicht einmal, ob wir überhaupt etwas gesehen hatten, denn eine erste Inspektion des Büros blieb ergebnislos.
Es stellte sich allerdings sehr schnell heraus, dass wir uns nicht getäuscht hatten und tatsächlich ein zuckersüßes, kleines Kätzchen den Weg zu uns gefunden hatte.

Auch Charleen war vorsichtig, aber ich hatte sie relativ schnell so weit, dass sie zu mir auf den Bauch hüpfte, sobald es Leckerchen gab. Sie blieb allerdings im Büro, denn dort fühlte sie sich einigermaßen sicher.
Das Problem war Zotti, die bis zum heutigen Tag nicht so richtig mit der kleinen Mitbewohnerin einverstanden ist. Immer wieder wurde Charleen überfallen, in die Ecke gedrängt oder verjagt. Aber auch die Kleine wusste ziemlich genau, was sie wollte: nämlich ein Zuhause.
Im Grunde ist Charleen sehr pflegeleicht. Allerdings hat sie ständig Hunger und schafft es besonders morgens, das halbe Haus zusammenzuschreien.
Pieps dagegen liebt sie über alles. Zwischendurch putzt er sie und passt auf sie auf. Und Charleen zeigt ganz deutlich, wie sicher sie sich in seiner Nähe fühlt.
Es ist schön zu sehen, wie aus zwei vorsichtigen Katzen, die zu unterschiedlichen Zeiten ihren Weg zu uns gefunden haben, ein kleines Team geworden ist. Pieps hat in Charleen ganz offensichtlich jemanden gefunden, um den er sich kümmern kann, und sie wiederum jemanden, bei dem sie sich geborgen fühlt.













