Simba, Bagheera & Grumpy
Drei kleine wilde Racker
Wie bereits zuvor geschildert, entdeckten wir eines Tages vier kleine, süße und hungrige Katzenbabys am Straßenrand, ohne zu wissen, ob sie zu irgendjemandem gehörten oder wer ihre Mutter war. Also begannen wir, den Kleinen regelmäßig Futter zu bringen.
Allerdings waren es schon am zweiten Tag nur noch drei. Die kamen dafür zuverlässig: zwei schneeweiße Katerchen und ein pechschwarzes Kätzchen, das von Anfang an große Mühe hatte, gegen seine beiden etwas größeren und leicht rüpelhaften Brüder zum Zug zu kommen.

Besonders der eine, den wir später Grumpy nannten, war ein echter Giftzwerg. Aber süß!
So ging das gut zwei Monate lang. In dieser Zeit fanden wir schließlich auch heraus, wer die Mutter der Kleinen war: Grau-Weißchen. Der erste der beiden weißen Kater, der deutlich zugänglicher war als seine Brüder, begann irgendwann, uns bis nach Hause zu folgen.
Simba wurde schnell heimisch, aber auch die beiden anderen blieben schließlich bei uns, wenn auch deutlich zurückhaltender.
Grumpy war trotz allem ein goldiges Kerlchen. Leider hat er es aber nie geschafft, den entscheidenden Schritt auf uns zuzugehen. Lange Zeit kam er nur einmal täglich zum Fressen nach Hause. Irgendwann blieb er dann ganz weg.
Alle kriegt man eben nicht.
Simba und Bagheera dagegen leben bis heute glücklich bei uns, auch wenn sie ihre Wurzeln als frei geborene Wildkätzchen nie ganz abgelegt haben. Sie haben durchaus ihre schmusigen Phasen, in denen sie sich ihre Streicheleinheiten und Leckerchen abholen. Und Simba schläft gelegentlich sogar gerne drinnen, besonders dann, wenn das Wetter draußen nicht gerade einladend ist.
Leider bringt das W-Gen, das für die schneeweiße Fellfarbe verantwortlich ist, bei manchen Katzen auch gesundheitliche Probleme mit sich. Besonders bei blauäugigen, weißen Katzen besteht ein erhöhtes Risiko für angeborene Schwerhörigkeit oder Taubheit.
Simba konnte anfangs ganz normal hören. Als er knapp ein Jahr alt war, wurde er jedoch fast vollständig taub.
Er leidet aber nicht darunter und ist nach wie vor ein fröhliches Katerchen. Da er sich ohnehin fast immer bei uns auf dem Grundstück aufhält, hält sich auch die Gefahr, der er dadurch ausgesetzt ist, in Grenzen. Natürlich ist er manchmal schreckhafter, weil er Geräusche nicht mehr oder nur noch eingeschränkt wahrnimmt und oft durch plötzliche Bewegungen aufgeschreckt wird. Aber darauf kann man sich einstellen, und wir wissen inzwischen, worauf wir achten müssen.
Und Bagheera? Die kommt, wie gesagt, hauptsächlich zum Fressen nach Hause. Dabei hat sie allerdings immer eine Menge zu erzählen. Sie kommentiert ihre Ankunft, berichtet ausführlich von ihren Angelegenheiten und lässt uns offenbar an allem teilhaben, was ihr gerade durch den Katzenkopf geht.
Insgesamt ist sie einfach eine ganz Süße!
So haben es immerhin zwei der drei kleinen Wilden geschafft, bei uns ihren Platz zu finden. Und auch wenn sie vermutlich niemals zu Katzen werden, die den ganzen Tag auf dem Schoß liegen möchten, gehören sie längst zu unserer Familie. Und wer will schon den ganzen Tag eine Katze auf dem Schoß haben? Wobei – zumindest Zotti würde da bei Maren sicher nicht „Nein“ sagen …



























